Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg, geboren am 20. November 1875 in
Kemberg,
begann schon vor dem Ersten Weltkrieg seine Diplomatenlaufbahn
als Konsul und Botschafter in verschiedenen Ländern.
Er war von 1908-1910 mit Elisabeth von Sobbe (1875-1955) verheiratet, mit der
er eine Tochter hatte.
Als Sohn von Graf Bernhard von der Schulenburg studierte
Friedrich-Werner
nach einjähriger Militärdienstzeit Jura in Lausanne, München und Berlin.
1901 trat er als Assessor in den konsularischen Dienst des Auswärtigen Amtes
ein.
1903 war er bereits Vizekonsul beim Generalkonsulat in Barcelona
und in den folgenden Jahren in Konsulaten in Lemberg, Prag, Warschau und
Tiflis tätig.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 rückte von der Schulenburg ins
Feld
und wurde nach der Marneschlacht im Oktober 1914
als Chef einer Geschützbatterie zum Hauptmann befördert.
1915 ging er als deutscher Verbindungsoffizier zur Osmanischen Armee an der
armenischen Front.
1916 übernahm er in der Türkei die Führung der Georgischen Legion
im Kampf gegen Russland bis zu dessen Zusammenbruch 1917.
Zum Ende des Ersten Weltkrieges kehrte von der Schulenburg
wieder in den Dienst des Auswärtigen Amtes zurück und wurde Konsul in
Beirut.
Während seiner Militärzeit erhielt er das Eiserne Kreuz und hohe türkische
Auszeichnungen.
Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reichs wurde er von den Engländern
auf der türkischen Insel Prinkipo interniert, von wo er 1919 zurückkehrte.
In den 30er Jahren erwarb von der Schulenburg die Burg Falkenberg in der
Oberpfalz.
Er ließ die Burg als Altersruhesitz einrichten und sanieren.
Unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wurde die Anlage zwischen 1936-39
restauriert.
Nach dem Ersten Weltkrieg setze von der Schulenburg seine diplomatische
Karriere
weiter fort, u.a. als Gesandter in Teheran und Bukarest.
1934 wurde er zum deutschen Botschafter in der Sowjetunion ernannt.
Schulenburg trat für eine Verständigung zwischen Deutschland und der
Sowjetunion ein
und war maßgeblich am Zustandekommen des deutsch-sowjetischen
Nichtangriffspakts beteiligt.
Bis zuletzt versuchte er, den deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juli
1941 zu verhindern,
u. a. durch Hinweis auf die militärische Stärke des Landes
und die Unangreifbarkeit seiner Industriereserven.
Nach dem Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni
1941
wurde er einige Wochen interniert und an der russisch-türkischen Grenze
ausgetauscht.
Danach bekam von der Schulenburg im Auswärtigen Amt in Berlin
einen Posten ohne politischen Einfluss
als Leiter des Russland-Komitees zugewiesen, der ihn kalt stellte.
Später machte er seinen Einfluss in der militärischen Opposition
geltend,
um einen raschen Friedensschluss im Osten zu erreichen.
Er war bereit, im Namen der Verschwörer sogar mit Stalin zu verhandeln.
In den Umsturzplänen war Friedrich-Werner von der Schulenburg zeitweilig als
Außenminister vorgesehen.
Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet
und als 69-jähriger wegen Hochverrats unter Anklage gestellt.
Am 23. Oktober 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zum Tode
und ließ ihn am 10. November 1944 in Berlin-Plötzensee ermorden.
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